In Hamburg haben öffentliche Stellen, Verbände und Eigentümer den steigenden Leerstand in der Hansestadt dafür genutzt, kreative Ideen zu entwickeln. Laut Hamburger Abendblatt vom 20. Februar 2010 stehen 1,2 Mio. Quadratmeter Bürofläche frei, und da in 2010 noch einmal circa 240.000 m² dazu kommen, ist kein Ende steigender Leerstände in Sicht. Ganz anders im Wohnungsbau, wo von 15.000 fehlenden Wohnungen die Rede ist und die Tendenz steigt.Die Stadt Hamburg hat sogar eine Büroumwandlungsprämie 2005 ins Leben gerufen und konnte fast 70.000 m² Bürofläche in Wohnungen umnutzen. Ob diese Prämie 2010 nun ausläuft oder verlängert wird, ist noch nicht beschlossen. Es zeigt sich also, dass bestimmte Bürohäuser durchaus das Potenzial zum Umnutzung haben, wenn, ja wenn das Thema Rendite nicht wäre. Neben geschätzten 50 % der Baukosten für den Umbau, kommt ein Image-Thema hinzu: Gemischte Nutzungen werden von vielen Büromietern nicht gern gesehen, weil die Wohnungsnutzer das Bild verändern. Der Verkaufspreis kann darunter erheblich leiden. Da ist es für manchen Eigentümer sinnvoller leer stehende Büros als Angebotsreserve zu sehen und einen besseren Markt abzuwarten. Durch die gesetzlichen Regelungen im Wohnungsmarkt lassen sich Mieterhöhungen dagegen nur schwer durchsetzen.
Vielleicht wäre es sinnvoll, grundsätzlich über Flexibilisierungsmöglichkeiten nachzudenken. Denn bisher kann ein Eigentümer eine einmal aufgegebene Büronutzung nicht mehr rückgängig machen. Dabei ist die Idee in vielerlei Hinsicht gut: Die Innenstädte und Standorte mit Monostrukturen würden wieder mehr Leben bekommen, der Wohnungsnot in vielen Städten könnte begegnet und bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Auch andere, in bestimmten Zeiten leer stehende Immobilien gehören in ein solches Brainstorming: Universitäten, Schulen, Sporthallen, die ganze Monate im Jahr nur teuer bewirtschaftet werden müssen, ohne dass sie wirklich genutzt werden.
Für die Büromieter hat das natürlich alles auch sein Gutes: Wer günstig mieten möchte in Hamburg, ist in dieser Zeit in einer guten Verhandlungsposition.
(Quelle: in Auszügen Hamburger Abendblatt)


